Wählerisches Essverhalten und die größte Sorge der Eltern: "Wenn mein Kind keine Extrawurst bekommt, geht es hungrig ins Bett!" Aber stimmt das wirklich?
"Aber dann geht mein Kind doch hungrig ins Bett!"
Kennst Du diesen Gedanken? 🤯 Viele Eltern geraten genau an diesem Punkt in die tägliche Koch-Falle. Du kochst ein „Erwachsenen-Essen“ und ein „Kinder-Essen“. Aus Sorge, das Kind könnte hungrig bleiben oder nachts aufwachen, wird ständig die berühmte Extrawurst angeboten. Dadurch gibt es keine gemeinsame Familien-Mahlzeit mehr, sondern 2 separate Essen.
Das Problem dabei ist:
➡️ Genau dieses Verhalten zementiert das wählerische Essverhalten Deines Kindes. Je häufiger Dein Kind lernt: "Ich muss das gemeinsame Essen nur ablehnen – dann bekomme ich mein Wunschgericht." … desto mehr wird sich das festfahren. Und Dein Kind bekommt den Eindruck: "Das, was meine Eltern essen, kann ich gar nicht essen. Meine Eltern trauen mir das nicht zu.“
Doch was ist die Alternative? Dein Kind zwingen? Hungrig ins Bett schicken?
Keine Sorge, es gibt einen liebevollen und gleichzeitig klaren Weg dazwischen: Die Baustein-Küche aka eine gemeinsame Mahlzeit für alle.
Die Baustein-Küche ist ein wertvoller Ansatz für entspannte Familienmahlzeiten – auch mit wählerischen Essern am Tisch.
Wie funktioniert das? Du stellst verschiedene Komponenten auf den Tisch und jedes Familienmitglied darf sich selbst nehmen, was es mag.
➡️ Ein einfaches Beispiel:
Gedünsteter Lauch, Kartoffeln, Spätzle, Hähnchenbrustfilet, Soße. Alles einzeln in Schüsselchen auf den Tisch gestellt.
Jedes Familienmitglied kann sich den eigenen Teller so zusammenstellen, wie es für ihn/sie passt. So fühlt sich niemand gezwungen, etwas essen zu müssen, das er/sie nicht mag – und es gibt trotzdem eine gemeinsame Mahlzeit, kein Extra-Kinderessen. Es entsteht Raum für die Bedürfnisse Deines Kindes, was die ganze Familien-Situation am Esstisch entspannter macht. Gleichzeitig werden - trotz des wählerischen Essverhalten Deines Kindes - unbeliebte / unbekannte Lebensmittel immer und immer wieder präsentiert. Das Kind muss es nicht essen - aber es kommt damit in Berührung. Und Kontakt schafft Sympathie: das bedeutet: je häufiger wir etwas sehen, desto eher werden wir es irgendwann mögen. Diesen psychologischen Grundsatz können wir für uns nutzen - indem wir unbeliebte oder unbekannte Lebensmittel immer und immer wieder auf den Tisch stellen. Das Kind muss diese nicht probieren - aber es kommt damit in Berührung. Und das senkt die Hemmschwelle, es irgendwann vielleicht doch zu probieren. Ohne Druck und ohne Zwang.
➡️ Worauf Du achten solltest: Es sollte ein Lebensmittel auf dem Tisch stehen, das Deinem Kind schmeckt – etwas, an dem es sich zur Not satt essen kann.
Das können Kartoffeln, Spätzle oder auch etwas anderes Einfaches sein. So bleibt das gemeinsame Essen bestehen und Dein Kind erlebt: "Ich darf entscheiden, was auf meinem Teller landet – und ich bin Teil der Familienmahlzeit."
Und wenn das Kind gar nichts mag? Natürlich gibt es Phasen, in denen Dein Kind auf alles auf dem Tisch mit „Iiih bäh das mag ich nicht“ reagiert – und die Stimmung droht zu kippen. Und dafür hast Du heute jetzt wirklich überhaupt keinen Nerv mehr.
Für genau solche Momente empfehle ich eine "Erste Hilfe"-Lösung: Ein simples Butterbrot.
⚠️ Wichtig dabei: Das Butterbrot ist wirklich eine Ausnahme-Lösung. Keine tägliche Option, sondern ein ruhiger Ausweg für die Tage, an denen es so gar nicht läuft und an denen Du nicht mehr die Kraft hast für ewig andauernde Diskussionen hast. Es ist einfach, nahrhaft – aber nicht so interessant, dass Dein Kind ab jetzt jeden Abend darauf bestehen würde.
✅ So entstehen stressfreie Familienmahlzeiten Die Baustein-Küche hilft dir, aus der täglichen „Extrawurst-Falle“ auszubrechen. Du setzt liebevolle, aber klare Grenzen – und stärkst gleichzeitig die Selbstbestimmung deines Kindes am Tisch. 💛


